www.kemer-tr.info: Der aktuelle online Reiseführer für Kemer und Umgebung -Der online Reiseführer für Kemer und Umgebung mit wertvollen Informationen für Reisende, illustriert durch zahlreiche Bilder. Hier können Sie Ihren türkischen Urlaubsort KEMER schon vor der Abreise etwas kennen lernen. Hier erfahren Sie alles über Kemer, Beldibi, Göynük, Kiris, Kuzdere, Camyuva, Tekirova, Cirali, Olympos und die beeindruckende Bergwelt des westlichen Taurusgebirges.  

Bergtouren im Taurus

Die landschaftliche Schönheit und der Abwechslungsreichtum der Bergwelt hinter Kemer ist eines der best gehüteten Geheimnisse. Kaum einer der Touristen, die den ganzen Tag am Strand liegen, weiß was für eine schöne Gegend es da zu entdecken gibt. Es gibt zwar Jeep-Safaris in die Berge, aber das ist mit Abstand der schlechteste Weg diese kennen zu lernen. Man stelle sich vor in einer Kolonne von 15 offenen Jeeps mit kaum vorhandener Sitzpolsterung über staubige Straßen zu holpern und die ersten drei Jeepfahrer versuchen die Streckenrekorde der "Rallye of Turkey" zu brechen. Die armen Passagiere der hinteren Jeeps müssen jede Menge Staub schlucken, die Wolke hängt nach lange über der Straße, wenn der letzte Jeep schon längst vorbei ist.

 

Waren derartige Strapazen vor ein paar Jahren noch notwendig, um überhaupt in die Berge zu kommen, so gibt es inzwischen genügend ausgebaute und asphaltierte Straßen, um sie mit jedem Auto zu erkunden. Es gibt auch einige Wegweiser und wenn man lange genug sucht, sogar brauchbare Landkarten, die nicht völlig veraltet sind. Durch die bereits erwähnte Rallye, die dieses Jahr wieder in den Bergen zwischen Antalya-Kemer-Kumluca stattfand, wurden auch mehrere neue interessante Routen gebahnt. Hier finden auch Off-Road-Fans noch Herausforderungen. Allerdings sollte man den kleinen Suzukis, den gängigstigen Miet-Jeeps, nicht allzu viel zumuten. Und bitte nie ein "DSCHEP" (Handy) vergessen, um notfalls Hilfe herbei zu rufen! Wer nicht selbst fahren will, kann auch von uns unter kundiger Führung in die Berge gefahren werden.

 

Selbst Fußgänger können ohne viel Aufwand einen ersten Eindruck der Bergwelt erhaschen. Dazu fährt man mit einem Dolmus von Kemer nach Aslanbucak (Cumhuriyet Cad.) und steigt an der Brücke über den Agva-Fluss aus. Nun läuft man über die Brücke und dann nach links in Richtung "Vadi" (Schlucht), das heißt etwas bergauf. Nach wenigen hundert Metern betritt man den Nationalpark "Kezme Bogazi". Nun führt die Straße einen wirklich atemberaubenden Canyon entlang bis man nach ca. 3 km die alte "Römerbrücke" erreicht hat. (Ich weiß nicht ob die Brücke wirklich von den Römern stammt, aber jedenfalls ist sie alt und der Fluss hat sich unter ihr schon mehrere Meter tief ins Gestein gegraben.) Hier kann man nun an einem kleinen Restaurant schon fast im Flussbett Rast machen, gegrillte Forelle essen oder etwas Kühles trinken. Zur Abkühlung geht es in den Wildwasserbach, selbst im heißesten Sommer hat das Wasser höchstens 18 Grad. Der Begriff "Whirlpool" bekommt hier eine völlig neue Bedeutung! 

 

Im Frühling und Herbst kann man nun weiter bergauf wandern, im Sommer ist es fast immer zu heiß dafür, da empfiehlt sich ein Auto, Taxi etc. um nach etwa 8 km in das Bergdorf Gedelme (ca. 800 m hoch gelegen) zu gelangen. War dieser Ort vor ein paar Jahren nur die "Sommerresidenz" der Einheimischen, die mit ihren Ziegen auf die Almen zogen, so entwickelt er sich immer mehr zum Ferienort für Leute, die die wesentlich kühleren Nächte in den Bergen zu schätzen wissen. Etwa 8 km von Gedelme auf 1250 m Höhe gibt es auch ein erstes Hotel für Touristen, die die Bergwelt dem reinen Strandurlaub vorziehen. Hier hat man an klaren Tagen eine herrliche Rundumsicht auf die Berge und bis zum Meer.

 

Gedelme liegt an einem strategisch günstigen Punkt. Von hier aus kontrollierte man früher den Zugang zum Pass über den Taurus, einstmals der einzige Landzugang zu der bedeutenden Hafenstadt Phaselis. Davon zeugen noch die Ruinen einer alten Burg, von uns "Kreuzritterburg" getauft. Dafür haben wir zwar keinen echten Beleg, aber beim zweiten Kreuzzug kam man auch hier vorbei und schon 1500 Jahre früher zog Alexander der Große über diese Berge nach Phaselis. An den Ufern eines Bergbaches neben der Burg findet man uralte Platanen, eine hat einen Stammdurchmesser! von 8 Metern. Der ideale Fotopunkt für kräftig gebaute Leute, die mal richtig schlank aussehen wollen.

 

Neben der Burg (auf der Seite mit den Nomadenzelten) liegt der Eingang zu einer tiefen Höhle mit einigen beeindruckenden Tropfsteinen. In den letzten Jahren wurde diese Höhle für die Touristen erschlossen. Man baute eine Betontreppe (ohne Geländer) und Beleuchtung ein. Im Winter nutzt man sie anscheinend auch als Depot für Orangen und Granatäpfel, leider aber auch als Müllkippe für verdorbene Früchte. (Echt atemberaubend!)

 

Fährt man von Gedelme an der Moschee vorbei weiter bergauf, erreicht man nach einigen Serpentinen den Pass und ist nun auf einer Hochebene bei etwa 1000 m. Rundherum ragen steile Berge auf und wäre da nicht ab und zu eine Moschee in den kleinen Dörfern, könnte man meinen in der Schweiz zu sein. Von einigen Stellen hat man auch einen Blick bis aufs Meer. Man kann der Straße Richtung Norden folgen und kommt schließlich nach Antalya (ca. 40 km) oder man fährt am Abzweig weiter nach Südwesten und über Altinyaka bis nach Kumluca (ca. 60 km). In jedem Fall wunderbare Touren mit reichlich Fotomotiven. Hier beschreiben wir eine Sommerbergtour (mit dem Auto) von Kuzdere über Gedelme nach Altinyaka und weiter über eine Hochebene bis nach Beycik.

 

Freunde von uns sind im Februar 2008 ein Stück entlang des "Lykischen Pfades" gewandert, Anke hat uns ihren Bericht zur Verfügung gestellt.

 

Aus leider gegebenen Anlass möchte ich hier ganz dringend darauf hinweisen keine Bergtouren alleine und ohne Handy zu unternehmen. Es kann einem immer etwas passieren, durch einen Sturz oder auch einen Schlangenbiss und dann ist schnelle Hilfe lebenswichtig. Ein eingeschaltetes Handy kann im Notfall geortet werden und die Suchtrupps wissen dann wenigstens in welchem Gebiet sie zu suchen haben. Es ist mehr als leichtsinnig sich ohne feste Routenangaben und ohne jede Kontaktmöglichkeit zur Außenwelt zu Fuß auf den Weg in die Berge zu machen. Das Gestein ist nur scheinbar massiv, im Grunde aber überall porös und bröckelig, bricht daher schnell ab und kann Stürze versuchen. In Gesteinsritzen kann alles mögliche mehr oder weniger giftige Viehzeug hausen, es gibt Giftschlangen in den Bergen. Es gibt so viele Schluchten oder plötzliche steile Abbrüche, dass ein Verletzter auch aus der Luft kaum gefunden werden kann. So wurde vor einigen Jahren ein Tourist erst nach einer Woche tot gefunden, der in dem kleinen Stück zwischen Kiris und Kemer Schmetterlinge fotografieren wollte. Er war von einer Schlange gebissen worden und in einen Spalt zwischen zwei Felsen gestürzt. Im Sommer 2005 musste man über 10 Tage suchen bis man die Leiche eines Bergsteigers fand, der als Ziel nur den Tahtali Berg genannt hatte und schließlich in der Schlucht bei Göynük 25 m tief abgestürzt war.

Das leichtsinnige Klettern in dieser Schlucht wurde ebenfalls im Sommer 2005 einem 25-jährigen deutschen Touristen zum Verhängnis. Bei einem Sturz aus wenigen Metern Höhe zog er sich einen tödlichen Genickbruch zu.

 

Eine besondere Attraktion der Region ist inzwischen auch die Fahrt mit der Seilbahn auf den Gipfel des Tahtali. Wir waren jetzt im Mai 2011 mal abends oben, Anlass war die Eröffnung der 10. Kemer Unterwassertage, und wo könnte man das besser feiern als oben auf dem Berg, der vor vielen Jahrmillionen auch mal der Grund eines Meeres war.

 

Am 12. Juli 2009 fand in den Bergen oberhalb von Gedelme ein „Nomadenfest“ statt, das „1. Kemer Çukuryayla Yörük Şenlikleri“. Wir haben uns mit dem Auto bis auf 1800 m hoch gewagt und berichten hier vom Fest.

 

Ende April 2011 waren wir mit Freunden und deren Jeep nochmals auf der Çukuryayla, hier unsere Bilder.